[English Version]

Die letzten Monate waren aufregend und voller Veränderungen. Wir sind aus familiären Gründen nach Berlin gezogen und haben so die Möglichkeit  wieder gemeinsam mit meinen geschätzten Co-Foundern in einer Stadt zu leben. Berlin bietet die besten Voraussetzungen für SirPlus, unser Social Startup gegen Lebensmittelverschwendung.

Wir sind sehr glücklich, wieder zurück zu sein und genießen die Nähe zu meinen Eltern und alten Freunden. Aber auch für SirPlus ist Berlin der ideale Standort mit seiner dynamischen Startup-Szene und allen Möglichkeiten die die Stadt bietet. 

SirPlus Team

Der Dritte im Bunde

Ich bin sehr dankbar, vor 18 Monaten Alexander Piutti kennen gelernt zu haben. Alex ist Serial Entrepreneur und Unternehmensgründer und war auf der Suche nach einem Projekt, in das er sein Können und seine Erfahrungen aus 20 Jahren in der Techbranche & Startup Szene einbringen kann, um mitzuwirken die Welt positiv zu verändern. Bei unserem ersten Treffen war meine Vision für die Zukunft vom Lebensmittelretten und foodsharing limitiert. Ich glaubte, es wäre das effektivste im Kampf gegen die Lebensmittelverschwendung, die foodsharing Bewegung weiterhin auf komplett freiwilliger bzw. ehrenamtlicher Basis auszubauen.

Als wir uns Sommer 2016 erneut trafen, war Alexander noch immer auf der Suche nach einem Thema wo er möglichst viel Impact, also positive Wirkung erzielen kann. Nach einigen Treffen beschlossen Martin Schott (mein langjähriger Freund und Co-Founder von SirPlus) und ich, Alex anzubieten, unser dritter Co-Founder zu werden.

Wir ergänzen uns perfekt und aus unserem super Duo wurde ein starkes Trio, insbesondere weil Alex einen komplett anderen Hintergrund hat als wir. Alex bringt viel Lebenserfahrung, Leidenschaft und technisches Know-how mit sowie seinen Erfahrungsschatz aus dutzenden Unternehmensgründungen. Außerdem hat er in den letzten 10 Jahren ein gigantisches Netzwerk aufgebaut aus Menschen die Ihrer Arbeit mit Freude nachgehen, Profis auf ihrem Gebiet sind und einen Entrepreneur- & Gründer-Spirit haben. Alex half uns dabei, unsere ursprüngliche Vision einer Plattform für weltweites Teilen und Retten von Allem, auf das für uns Wesentliche bzw. Wirkungsvollste zu reduzieren. Das Ergebnis war, den Fokus (erneut) auf das Retten von Lebensmitteln zu legen, nicht nur weil wir uns mit dem Thema der Lebensmittelverschwendung bereits seit Jahren beschäftigten, sondern auch weil wir sicher sind damit am meisten bewirken zu können. Zusammen mit Alex schärften wir die Vision unserer gemeinsamen Unternehmung um die größtmögliche Wirkung zu erzielen und den Wandel hin zu einem nachhaltigeren Umgang mit den Ressourcen unserer Erde voranzutreiben. 

Raphael Fellmer Bits & Pretzels

Vorstellung von unserem Impact Startup auf der “Bits & Pretzels” Konferenz

Dank Alex hatte ich die Ehre, im September 2016 auf der eindrucksvollen Hauptbühne von „Bits and Pretzels“, dem größten deutschen Gründer-Festival, nur Stunden nach der brillanten Eröffnungsrede von Kevin Spacey eine Präsentation über SirPlus (damals noch Sharecy) geben zu dürfen. Ich liebe zwar Herausforderungen, aber nach 300 Präsentationen, Reden und Vorträgen, die ich in den letzten fünf Jahren ohne Power-Point-Folien hielt, muss ich mich noch an den Projektor gewöhnen, ich bleibe dran, versprochen ;-) .

Während der Bits & Pretzels-Konferenz knüpften wir viele Kontakte und tauchten ein in eine für uns völlig neue Sphäre aus Gründern, Investoren und Techies, welche die Welt auf die ein oder andere Weise verändern wollen. Matthias Helfrich, ein freundlicher und offener Investor und Berater, der sich für unsere Idee von SirPlus interessierte, war der erste -, wir begegneten uns schon auf dem Weg zur Konferenz im Bus. Zurück in Berlin, trafen wir uns erneut und seitdem unterstützt er uns mit gutem Rat und Kontakten. Außerdem wurde er SirPlus´s erster finanzieller „initial supporter“, da er an unsere Vision glaubt und uns aktiv unterstüzten möchte!

Es war ein großartiges Gefühl, nach fünf Jahren Leben ohne Geld, während derer uns viele Menschen indirekt mit Geld unterstützten, nun von einem Menschen, der an unsere Sirplus-Idee glaubt, ein Startkapital zu erhalten.

Um unseren food-outlet Laden zu realisieren, benötigen wir aber noch weiteres Geld und suchen noch UnterstützerInnen, die uns in dieser Anfangsphase Rückenwind geben wollen. Bis zum 02. Juni 2017 kann man uns einfach und unkompliziert mit kleineren und größeren Beträgen per Crowdfunding unterstützen www.startnext.com/sirplus

 Startnext SirPlus Projekt

SirPlus nimmt Gestalt an

In den letzten Monaten haben wir uns mit unzähligen Menschen in Berlin getroffen, unser Vorhaben vorgestellt, uns beraten lassen, gebrainstormed, Partner gefunden und immer wieder an unserem Konzept gefeilt. Wir haben viel Zuspruch erhalten und wurden bestärkt darin auf dem richtigen Weg zu sein, dass es nun an der Zeit ist, auf professionellen Niveau der Lebensmittelverschwendung entgegenzutreten. Wir haben mit Non-Profit-Organisationen, UnternehmerInnen, CEO’s, InvestorInnen, Geschäftsleuten, WissenschaftlerInnen, LogistikerInnen, EinzelhändlerInnen und vielen anderen gesprochen, Partnerschaften angeschoben und so einen guten Überblick über die Lage am Markt gewonnen. Aus allen Treffen und Veranstaltungen haben wir viel gelernt und sind vollster Vertrauen, dass unser Impact Business in Partnerschaft mit allen Beteiligten der Lebensmittel-Wertschöpfungskette die Welt zu einem besseren Ort machen wird.

Vielen Monate standen wir mit dem Finanzamt im Austausch und haben es trotz professioneller Hilfe bisher nicht geschafft unsere Unternehmung als gemeinnützig anerkennen zu lassen. Obwohl wir es auf verschiedenste Arten und Weisen probiert haben, ist das Finanzamt nicht unserer Meinung, dass der Verkauf bzw. Handel von nicht perfekten oder abgelaufenen Lebensmitteln als Maßnahme zum Umweltschutz gilt. Dies und weitere Punkte haben uns dazu veranlasst mit einem Impact Venture Startup loszulegen, welches ein klares, skalierbares Geschäftsmodell hat und sich baldmöglichst selber tragen kann. Der Gewinn wird großteils für das Ziel von SirPlus – der Reduzierung der Lebensmittelverschwendung – reinvestiert, um möglichst viel bewirken zu können, also größtmöglichen Impact zu erzielen. Wir planen dann im zweiten Schritt eine vom Finanzamt anerkannte gemeinnützige Körperschaft zu gründen, die u.a die Software für soziale und gemeinnützige Organisationen zur Verfügung stellt, Bildungs- und Lobbyarbeit betreibt uvm.  

Es zeigte sich, dass ein reiner online Marktplatz für überschüssige Lebensmittel der zweite Schritt vor dem Ersten wäre und das Erreichen unserer Ziele gefährden würde. Es wurde deutlich, dass trotz unserer Prämisse „think big“ zunächst ein offline-Ansatz in Form von einem Food Outlet Laden sowie dem dazugehörigen Lieferservice und einem Online Shop der richtige Weg ist, um unser Konzept als Keimzelle zu starten, später zu skalieren um dann Größeres zu bewirken!

Ich erinnere mich, wie ich März 2012 die Lebensmittelretten-Bewegung (heute foodsharing) mit nur einem einzigen kooperierenden Laden gründete. Heute sind wir 23.000 Foodsaver, die täglich 1.000 Abholungen in über 3.000 Betrieben durchführen und so schon 7 Mio. Kilogramm Lebensmittel gerettet haben. Auf diese Erfolgsgeschichte möchten wir nun mit einem sich selbst tragenden Geschäftsmodell, mit SirPlus, aufbauen, um größere Mengen überschüssiger Lebensmittel vor der Vernichtung zu bewahren und sie dadurch in den Kreislauf zurück zu bringen. Dabei möchten wir Bewusstsein für die globale Dimension der Lebensmittelverschwendung schaffen und alles in unserer Kraft stehende tun, dass alle Menschen genügend zu essen haben und auch zukünftige Generationen sich auf diesem einzigartigen Planeten entfalten können.

 

Food Outlet Laden in Berlin

Die Idee eines Lebensmittel-Outlets und der Rettung von Nahrungsmitteln, welche wegen unpassender Form und Größe oder anderer Ausschlusskriterien vom Handel aussortiert werden, kam mir bereits vor zwei Jahren. Es war eine schwere Zeit. Meine Familie und ich mussten aus unserem Zimmer ausziehen, weil die freundliche Familie, die es uns während meines Geldstreiks überlassen hatte, wegzog. Ich musste mein Wertesystem überdenken, meine Prioritäten neu ordnen und der Tatsache Rechnung tragen, dass sich meine wunderbare Frau Nieves und unsere Kinder Alma und Noam aufgrund meiner zu engen Vorstellungen einer unschönen und instabilen Lebenssituation befanden. Ich war damals noch zu sehr gefangen und dogmatisch hinsichtlich dem Umgang mit Geld und brauchte Zeit, mich aus diesem selbstauferlegten Korsett zu befreien.

Ich bin dankbar, dass ich mich freigemacht habe und mittlerweile grenzenloser denken und handeln kann. Ich danke all den wunderbaren Menschen, die mir auf diesem Weg geholfen haben und an mich glaubten – besonders meiner Frau Nieves, die ich sehr liebe. Für ihre  Geduld, Ausdauer und bedingungslose Liebe. Nieves hat mich vertrauensvoll unterstützt, ermutigt loszulassen, nicht zu erstarren, Veränderung zuzulassen, um mir selbst treu zu bleiben. Nur wer sich ändert bleibt sich treu.

Nach mehr als 15.000 Stunden ehrenamtlichem Einsatz für mehr Wertschätzung von Lebensmitteln seit Januar 2010 freue ich mich darauf auch zukünftig mit meinem Wirken für weniger Verschwendung zu sorgen und gleichzeitig meiner Familie und vielen anderen einen sicheren und stabilen Lebensalltag mit einer sinnstiftenden Tätigkeit zu ermöglichen. 

Drehteam bei Dachser

Lebensmittelretten 2.0 – Wir suchen passionierte Menschen für unser Team

Mittlerweile bin Ich bereit, mit der ‘Lebensmittelretten-Revolution 2.0′ durchzustarten. Meine Co-Founder und ich freuen uns auf Menschen die sich aus ganzem Herzen für die Sache einbringen, uns helfen und unterstützen möchten! Wir suchen Menschen die gemeinsam mit uns und mit Hilfe eines praktikablen und nachhaltigen Konzeptes Großes bewegen wollen, um die ganzheitliche Wertschätzung und Nutzung aller Lebensmittel voranzubringen und so Hunger und Ungerechtigkeit zu reduzieren.

Im Sommer 2017 werden wir mit dem ersten Food Outlet Laden in Berlin sowie dem dazugehörigen Same-Day-Delivery in Berlin bzw. normalen Versand nach ganz Deutschland durchstarten und dafür suchen wir qualifizierte und motivierte Menschen, die Teil unseres Teams werden möchten. Als PraktikantIn, VolontärIn, finanzielle/r UnterstützerIn, NetzwerkerIn, Social-Media-ExpertIn, LKW-FahrerIn, LagermeisterIn, BeraterIn, Einzelhandelskaufmann/frau, BuchhalterIn, FilialleiterIn, FundraiserIn, DesignerIn, ProgrammiererIn, LogistikerIn und vieles Andere. Auch wenn wir nicht von Anfang an Gehälter zahlen können, werden wir alles dransetzen, bald faire und gerechte Löhne zu zahlen.

Schreibt uns bitte eine Email mit eurer Motivation, euren Fähigkeiten, Qualifikationen und dem Bereich, in dem Ihr euch gerne einbringen bzw. arbeiten wollt.

Ihr könnt SirPlus auf Facebook oder LinkedIn folgen sowie den Newsletter abonnieren, um auf dem neuesten Stand zu bleiben.

Bitte teilt dies mit so vielen Interessierten wie möglich! Dank euch für die Unterstützung!

Herzlichst euer Raphael

[ English Version ]

Glaubst Du, alles in der Welt ist perfekt oder würdest Du gerne etwas ändern?

Ich glaube, jedeR würde gerne etwas verändern – oft wissen wir nur nicht, wo wir anfangen sollen. Aber wir wissen, dass, wenn alle Menschen auf der Erde einen europäischen Lebensstil annehmen würden, wir mindestens drei weitere Planeten bräuchten.

Schon vor meinem Geldstreik stellte ich fest, dass wir Menschen uns oft nicht bewusst sind über die Konsequenzen unseres Handelns und die Auswirkungen unseres Konsumverhaltens auf die Erde, die Tiere und unsere Mitmenschen. Aber ich glaube, dass jeder Mensch ein gutes Herz hat und wir uns alle eine Welt in Frieden und ohne Leid und Hunger wünschen.

Tramperfoto

Reise ohne Geld von Holland nach Mexiko

Diese wunderschöne Erkenntnis habe ich gewonnen, als ich aus meiner Komfortzone getreten bin. Es war 2010, als ich aufbrach, ohne Geld von Holland nach Mexiko zu trampen. Zusammen mit zwei wunderbaren Freunden ging es durch Europa und Marokko auf die Kanarischen Inseln, wo uns ein Segelboot bis nach Brasilien mitnahm.

Was als Reiseexperiment begann, stellte mein Leben auf den Kopf! In der Mitte des Atlantischen Ozeans entschloss ich mich, auch nach der Reise geldfrei zu leben. Meine Frau Nieves schloss sich uns in Guyana an, und nach elf Monaten erreichten wir Mexiko.

Dort wurde ich Zeuge der alljährlichen wichtigsten UN-Klimakonferenz, die COP16 die in jenem Jahr in Cancún tagte. Ich realisierte, dass wir den Wandel leben müssen, den wir in der Welt sehen möchten und wir keine Zeit haben, auf andere oder die Politik zu warten, um die Welt zu verändern.

Atlantiküberquerung auf dem Boot 

Das Loslassen von konditioniertem Verhalten

Einen Monat zuvor habe ich mich meiner Vision genähert, andere Lebewesen so zu behandeln, wie ich auch behandelt werden möchte, und ernährte mich fortan vegan. Ich stellte fest, dass die Tierindustrie die zerstörerischste Industrie der Welt ist und 51 Prozent aller vom Menschen verursachten Treibhausgase verursacht. Ich realisierte außerdem, dass wir Menschen unseren Planeten in den letzten 50 Jahren mehr verändert haben, als alle Generationen vor uns zusammen. Die Tierindustrie ist die Hauptursache für Waldzerstörung, Meeres- und Wasserverschmutzung und trägt die Verantwortung für  das größte Artensterben in 65 Millionen Jahren.

Ich fand heraus, dass, obwohl wir jedes Jahr über 60 Milliarden Tiere füttern und töten, Jahr für Jahr Millionen Kinder an Unterernährung sterben und ein Achtel der Weltbevölkerung hungrig zu Bett geht, obwohl die weltweit angebauten Lebensmittel mehr als doppelt so viele Menschen ernähren könnten, als derzeit auf der Erde leben. Bedauerlicherweise werden aber mehr als 70 Prozent der globalen Landwirtschaftsfläche von der Tierindustrie genutzt.

Ich fühlte, es ist zu spät, um Pessimist zu sein und entschloss mich dazu, mich für den Planeten, die Tiere und unsere Mitmenschen einzusetzen und den Wandel hin zu einer friedlichen und nachhaltigen Welt durch mein eigenes Handeln voranzutreiben.

raphaelfellmer_tedxutrecht 04

Beginn meines Geldstreiks in Berlin

Nach 15 Monaten, 500 Fahrzeugen und über 24.000 km per Anhalter waren wir nach Europa zurückgekehrt, weil wir ein Kind erwarteten, das größte Geschenk des Lebens!

In Berlin begann ich meinen Geldstreik, und wir fanden eine ungenutzte Souterrain-Wohnung, in die wir einziehen durften. Nach Jahren des Tonnentauchens, also dem Retten von bereits weggeschmissen Lebensmitteln, spürte ich, dass es Zeit war, auf andere, legale und koordinierte Art und Weise mich gegen die Lebensmittelverschwendung einzusetzen.

Weltweit landen über ein Drittel aller produzierten Lebensmittel im Müll und genau das wollten wir ändern, indem wir das Bewusstseins für die Thematik erhöhen und Möglichkeiten aufweisen wie die Lebensmittelverschwendung reduziert werden kann. Wir wollten zeigen, wie einfach es ist, den persönlichen ökologischen Fußabdruck zu reduzieren und damit andere Menschen inspirieren.

DSC_3018

Der Beginn der Lebensmittel-Bewegung

Im März 2012 durften wir damit anfangen, bei einer großen Bio-Supermarktkette Lebensmittel, die ausrangiert wurden, aber noch genießbar waren, legal zu retten. Es war der Beginn der Lebensmittelretten-Bewegung.

Obwohl Ich 60 Stunden pro Woche beschäftigt war, um alles zu organisieren, um mehr Menschen das Retten von Lebensmitteln zu ermöglichen, spürte ich Raphael Fellmer beim Lebensmittel schnell, dass ich mit Google Maps und Excel Tabellen an meine Grenze stieß.

Dank des Geldstreikes bekam ich sehr viel mediale Aufmerksamkeit, was der Lebensmittelretten Bewegung und foodsharing, einer Plattform, auf der Privatpersonen überschüssige Lebensmittel teilen können, weitläufig bekannt machte. Neben dem Medieninteresse durfte ich auch an Konferenzen teilnehmen und Vorträge halten. Dabei begegnete ich Raphael Wintrich, einem Genie und talentierten Programmierer. Von Anfang an fühlten wir uns sehr verbunden und träumten gemeinsam von einer Welt, in der Geld keine Rolle spielt und alle Menschen ihre Fähigkeiten bedingungslos einbringen und teilen. Kurz darauf saßen wir beide am gleichen Schreibtisch, und während ich mein Buch “Glücklich ohne Geld!” schrieb, programmierte Raphael leidenschaft die effiziente Plattform, das Werkzeug, das der Lebensmittelretten Bewegung Flügel verlieh. Zusätzlich baute Raphael noch das Essenteilen von foodsharing ein, und wir fusionierten alles unter dem Namen foodsharing.

foodsharing Treffen Mai 2015 in Berlin

foodsharing Treffen Mai 2015 in Berlin

Knapp vier Jahre später hat foodsharing über 110.000 NutzerInnen, 14.000 sogenannte “Foodsaver”, die regelmäßig bei über 2.300 Kooperationsbetrieben wie Supermärkten, Bäckereien, Restaurants usw. Lebensmittel retten und verteilen. 350 foodsharing BotschafterInnen haben über 250.000 Abholungen ermöglicht und gigantische 3,5 Millionen Kilo Lebensmittel gerettet! All das ist nur möglich dank 600.000 Stunden ehrenamtlichen Engagements von einer immer größer werdenden Gruppe von Menschen, die sich mit ihrer Zeit, ihren Fähigkeiten und ihrer Energie unentgeltlich für Wertschätzung und Nutzung von vorhandenen Ressourcen einsetzen.

final family ohne text

Ende meines Geldstreiks

Während foodsharing ständig weiter wuchs, bekamen wir unser zweites Kind. Unsere Gastgeberfamilie zog in ein kleineres Eigenheim, und wir machten uns für viele Monate auf die Suche nach einem passenden und dauerhaften Ort zum Wohnen für uns als Familie. Die Suche blieb allerdings erfolglos, und nach fünfeinhalb Jahren habe ich meinen Geldstreik beendet und angefangen, wieder Geld zu akzeptieren.

Was ich am meisten von dieser sehr lehrreichen und inspirierenden Zeit mitgenommen habe, ist, bescheiden und dankbar zu sein für Familie, Freunde, in Frieden leben zu können und für das Privileg, das tun zu dürfen, was ich liebe und wofür mein Herz schlägt, als ob Geld keine Rolle spielt. Diese besondere Erfahrung des bedingungslosen Gebens und Empfangens, des des von Erwartungen losgelösten Schenkens, wollte ich mehr Menschen ermöglichen.

Ich wollte zeigen, dass wir alle den Wandel leben können, den wir auf der Welt sehen möchten, insbesondere wie dies mit bewusstem Konsum möglich ist, beispielsweise mit lokalen, pflanzlichen Bio-Lebensmitteln, Reisen per Zug, Second-Hand Kleidern und der Maxime “Weniger ist Mehr”, also dem Kauf nur von Dingen, die wir wirklich benötigen.

Viele Menschen glauben, dass wir die Welt nicht verändern können, aber die Wahrheit ist, wenn wir uns ändern, verändern wir die Welt!
 

yunity Plattform des Rettens- und Teilens

Nach Jahren des Träumens von einer Plattform die das bedingungslose Miteinanders erleichtert  habe ich vor fünf Monaten zusammen mit einem internationalen Team das Fundament für yunity gelegt; einer werbefreien, nicht-kommerziellen Open Source Plattform des Rettens und Teilens. yunity wird Menschen helfen, ihre Vision von einer besseren Welt in die Tat umzusetzen.

Das erste yunity Zusammenkommen auf den WuppDays #1 in Malo, Italien

Wir werden nicht nur die bahnbrechenden Werkzeuge und das Wissen der Lebensmittelretten-Community teilen, um die foodsharing-Erfolgsgeschichte global zu machen, sondern das Retten und Teilen auf alle vorhandenen Ressourcen ausweiten, die von Firmen, Organisationen oder Personen nicht genutzt oder weggeschmissen werden.

yunity wird vorhandene Sharing-Ideen und Communities in einer einzigartigen Plattform vereinen und neue Interessensgemeinschaften entstehen lassen, damit den Menschen der Einstieg und das Verbinden mit den unendlich vielen Graswurzelbewegungen und Initiativen des Wandels erleichtert wird. Außerdem wird es möglich sein, öffentliche Fruchtbäume, Bücherkisten, Fair-Teiler, WLAN usw. zu kartographieren bzw. kostenfreie Aktivitäten wie Yogaunterricht oder Sprachentandem anzubieten und die eigene Couch, den Garten oder das Fahrrad zu teilen.

Dabei suchen wir weiterhin nach leidenschaftlichen ProgrammiererInnen, DesignerInnen und anderen, die mit ihren Fähigkeiten zu yunity beitragen wollen.

 

Das innere Licht in den Menschen

Ich glaube, dass jeder Mensch ein inneres Licht hat und so wie wir Liebe, Freude und Glück teilen, können wir tausend andere Kerzen anstecken, ohne selbst weniger zu leuchten, sondern nur noch mehr Licht um uns herum schaffen!

Höre auf Dein Herz, lass Dein inneres Licht leuchten und lebe den Wandel, den Du in der Welt sehen möchtest!

 

saved food from the bin

[ Deutsche Version ]

Do you think that everything in this world is perfect or you would change something? I believe all of us would like to change something, but often we don’t know where to start.

Today we all know, that if everyone in the world would live a European lifestyle we would need three other planets. I discovered that we are often not aware of the consequences of our way of living on the animals, people and our ecosystem.

But I believe that every person has a good heart and we all want peace in the world where nobody is starving nor suffering.

Moneyless journey from The Netherlands to Mexico

Tramperfoto

I discovered this beautiful fact, when I stepped out my comfort zone. It was 2010 when I embarked on a moneyless journey from The Netherlands to Mexico.

Together with 2 wonderful friends we went through Europe, Morocco to the Canary Islands where we found a sailing boat which took us to Brazil.

What started as an experiment turned out to change my life upside down. In the middle of the ocean I decided to live also after the journey moneyless. My wife Nieves joined us in Guyana and  after 11 month we made it to Mexico.

 

Atlantiküberquerung auf dem BootThere I witnessed climate conference and realized that we need to live the change we wish to see and not wait for others to fix the world. A month earlier I took one step closer to my vision of treating others like I want to be treated. I adopted a vegan diet. I realized that the animal agriculture is actually the most destructive industry in the world accounting for 51 percent of all greenhouse gas emissions caused by humans. I realized that we humans have shifted the face of the earth in the last 50 years more than all generations before us. I found out, that the animal agriculture is the leading cause for deforestation, water dead zones and the largest mass species extinction in 65 million years.

 I realized that besides feeding and killing 60 billion animals per year. Million of children are dying each year because of hunger and about one ⅛ of the world population is still starving. I found out that most of our food is produced to feed animals and 70 percent of the entire agricultural land is used by the livestock industry.

But it’s too late to be pessimist and I wanted to stand up for our planet and to create change.

Raphael Fellmer Tonnentauchen 

Beginn of my money strike in Berlin

After 15 month of traveling, 500 vehicles, 24.000km on the road we returned to Europe because we were expecting a baby – the biggest gift of life!

Back in Europe, I continued my money strike to raise awareness for our wasteful society. Somebody offered us their unused apartment and after years of dumpster diving I was ready tackle global food waste.

Today a ⅓ of all produced food is wasted and we wanted to change that and inspire others to show how easy it is to reduce one’s carbon footprint.
In March 2012 a supermarket in Berlin allowed us to save food which can not be sold anymore but was still perfect to eat, which was the spark of the foodsaving Movement!

DSC_3018

Even I was busy 60 hours per week organizing and enabling more people to join the foodsaving movement, I felt I reached a limit with google maps and excel sheets. Since my money strike I gave interviews, making TV reports and taking Part in TV Shows and documentaries as well as to hold lectures. When I met Raphael Wintrich, a brilliant mind and developer, we felt a direct connection and dreamed together of a world where money was no object and everyone shares his or her skills unconditionally. Later Raphael was passionately developing an efficient platform which gave wings to the foodsaving moment where we included the foodsharing feature in the foodsaving Website and merged everything under foodsharing.de.Raphael Fellmer beim Lebensmitte

Today foodsharing has 110.000 users, 14.000 Foodsavers who regularly collect and share unsold food at 2.300 supermarkets, bakeries, restaurants and other businesses.

350 foodsharing ambassadors managed to organize 250.000 food collections which account for 3,5 Mio. Kilo of saved food. All this is possible because of 600.000 hours of voluntary commitment by an ever raising group of people who contribute with their time, skills and energy.

I wanted to continue others, to reduce their ecological footprint and to show that everyone can create change by eating local, organic, vegan, travel by train, use second hand cloth and only buying what we really need.

Often people doubt if we can change the world, and they are right, but we can change our self and by changing our self we are changing the world!

foodsharing Treffen Mai 2015 in Berlin

End of my money strike

Meanwhile the foodsharing movement was flourishing our second child was born and it became difficult to find a stable place to live. After 5 and a half years of rejecting money I started to accept money again.

IMG_1645What I learned the most is to be humble and to appreciate family and friends, a peaceful environment and the privilege to do what I love to act as if money was no object. I wanted to continue empower others to experience the beauty of unconditional giving and receiving.

 

I believe every human has an inner light and like when we share happiness, friendship and love we can light up thousands of candles without shining less, but just creating more light around us!

Listen to your heart, let your inner light shine and live the change you want to see in the world!